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Fotos für die Kanzleiwebsite: Ein Briefing für passende Motive

Wie Sie einen Fototermin anhand Ihrer Website vorbereiten und die fertigen Bilder im Layout prüfen.

Redaktion KanzleiPerformance · Aktualisiert am 08.10.2026

Kurz erklärt

Bestellen Sie Fotos für konkrete Stellen Ihrer Website: Einzelporträts für die zuständigen Anwälte, eine erkennbare Eingangssituation für die Kontaktseite und weitere Motive nur, wenn sie dort etwas erklären. Geben Sie dem Fotografen die vorgesehenen Bildflächen mit. Ein breites Teamfoto kann im schmalen Mobilformat Personen verlieren; dann hilft eine andere Bildfläche oder eine zweite Aufnahme. Ein brauchbares Briefing benennt Motiv, Einsatzort und das, was im Ausschnitt erhalten bleiben muss.

Welche Bilder braucht die Kanzlei tatsächlich?

„Wir brauchen neue Kanzleifotos“ lässt offen, was nach dem Termin auf der Website besser erkennbar sein soll. Für die Auswahl ist eine konkretere Frage hilfreich: Sucht der Besucher seine Ansprechpartnerin, den Eingang zum Termin oder einen Eindruck vom Team?

Nehmen wir eine fiktive Kanzlei mit zwei Anwältinnen: Maria Beispiel betreut Arbeitnehmer im Arbeitsrecht, Anna Muster bearbeitet Erbrecht. Der Eingang liegt in einem Innenhof. Auf der Website sind zwei Personenprofile und eine Kontaktseite vorgesehen; für die Startseite wird zusätzlich über ein Gruppenbild nachgedacht.

Hier hätten die Einzelporträts und das Eingangsfoto Vorrang. Die Porträts lassen sich den beiden Ansprechpartnerinnen zuordnen. Welches Anliegen die jeweilige Anwältin übernimmt, steht daneben als lesbarer Text. Das Foto allein erklärt diese Zuständigkeit nicht. Ein Gruppenbild kann das Team vorstellen, ersetzt aber auf dem einzelnen Profil keine eindeutige Zuordnung.

Auf der Kontaktseite soll das Foto den richtigen Zugang zeigen. Eine schöne Straßenfassade erfüllt diese Aufgabe nicht, wenn Besucher durch eine wenig auffällige Durchfahrt in den Hof gelangen müssen. Für diesen Fall lohnt sich eine Aufnahme, die den Weg zum Eingang erkennen lässt, stärker als ein weiteres dekoratives Innenraumbild.

Eine inszenierte Besprechung würden wir in diesem Briefing zunächst weglassen: Die geplanten Seiten brauchen sie für ihre Aussage nicht. Soll später eine Seite den Ablauf eines Vor-Ort-Termins erklären, kann eine Aufnahme des tatsächlichen Besprechungsraums sinnvoll werden. Dafür muss nicht vorsorglich jede denkbare Szene fotografiert werden.

So wird aus der Motivliste ein Fotoauftrag

Die Aufträge für die Beispielkanzlei lassen sich so vorbereiten:

So wird aus der Motivliste ein Fotoauftrag
Einsatz Konkreter Aufnahmeauftrag Was hier nicht genügt
Profil Maria Beispiel Einzelporträt am selben Aufnahmeort und mit ähnlichem Ausschnitt wie Annas Foto; Gesicht und Schultern bleiben im geplanten Profilformat sichtbar. Ein Ausschnitt aus dem Gruppenfoto, in dem eine zweite Person angeschnitten bleibt.
Profil Anna Muster Eigenes Porträt in gleicher Bildsprache; genug Rand für die vereinbarte Bildfläche lassen. Die Zuständigkeit für Erbrecht steht später neben dem Bild. Bücher oder Akten als Ersatz für die erkennbare Person und ihre tatsächliche Beschreibung.
Kontaktseite Eingang im Hof zusammen mit einem erkennbaren Orientierungspunkt fotografieren; falls nötig zusätzlich die Durchfahrt von der Straße aus zeigen. Nur die Straßenfassade oder eine Nahaufnahme des Kanzleischilds ohne räumlichen Zusammenhang.

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Ein verwendbares Briefing für das dritte Motiv lautet etwa: „Das Foto kommt auf die Kontaktseite neben die Anfahrtsbeschreibung. Besucher müssen erkennen können, dass sie durch die Durchfahrt in den Hof gehen und dort den linken Eingang benutzen. Bitte zeigen Sie Eingang und Hofzusammenhang gemeinsam. Für die Auswahl brauchen wir außerdem eine Ansicht der Durchfahrt von der Straße aus.“ Diese Ortsangaben gehören nur dann in Ihren Auftrag, wenn sie vor Ort stimmen.

Das ist präziser als „ein freundliches Außenfoto“. Zugleich bleibt die fotografische Umsetzung offen: Perspektive, Licht und Aufnahmezeit kann der Fotograf anhand des tatsächlichen Ortes vorschlagen. Legen Sie dem Auftrag einen Ausschnitt der Kontaktseite bei, auf dem Bildfläche und benachbarter Text zu sehen sind.

Bei vorhandenen Bildern zählt dieselbe Aufgabe. Ein aktuelles Porträt, das in die vorgesehene Fläche passt, braucht keinen Ersatz allein deshalb, weil ein Fototermin ansteht. Zeigt das Eingangsfoto dagegen noch das alte Kanzleischild oder einen inzwischen geschlossenen Zugang, passt es nicht mehr zur Orientierung auf der Kontaktseite.

Warum ein Querformat auf dem Handy Personen verlieren kann

Angenommen, das geplante Teamfoto ist 2.400 × 1.600 Pixel groß. Die mobile Bildfläche soll ein Hochformat im Verhältnis 800 × 1.000 erhalten. Das sind Beispielmaße für die Rechnung, keine empfohlenen Dateigrößen oder Smartphone-Abmessungen.

Füllt die Website diese Fläche ohne Verzerrung vollständig aus, muss sie Teile des breiten Bildes abschneiden. Die Webtechnik nennt eine solche Anpassung „object-fit: cover“: Das Seitenverhältnis des Fotos bleibt erhalten, Überstehendes wird beschnitten. MDN erläutert die möglichen Bildanpassungen.

Für die Höhe von 1.000 wird unser Foto auf 1.500 × 1.000 verkleinert. Die Fläche zeigt aber nur 800 der 1.500 Pixel Breite. Sichtbar bleiben damit rund 53 Prozent der ursprünglichen Bildbreite; zusammen verschwinden an den Seiten rund 47 Prozent. Bei mittiger Ausrichtung verteilt sich der Verlust auf beide Ränder. Stehen die Anwältinnen weit auseinander, kann eine von ihnen teilweise aus dem Bild geraten.

Mehr Auflösung löst dieses Problem nicht: Sie liefert mehr Bildpunkte, aber keinen anderen Bildaufbau. Für die Beispielkanzlei gibt es zwei sinnvolle Möglichkeiten. Entweder erhält das Teamfoto auf dem Handy eine Fläche im passenden Querformat, sodass beide Personen sichtbar bleiben. Oder der Fotograf nimmt zusätzlich eine kompakter angeordnete Variante auf, die zum vorgesehenen Hochformat passt. Eine unverzerrte Darstellung des ganzen Fotos in der unveränderten Hochformatfläche ist ebenfalls möglich, lässt dann aber freie Fläche übrig; technisch heißt diese Anpassung „contain“.

Soll eine Überschrift über dem Bild stehen, gehört auch deren Position ins Briefing. Auf dem Desktop links freien Raum vorzusehen hilft wenig, wenn der mobile Zuschnitt genau diesen Bereich entfernt. Bei unserem Teamfoto würden wir den Text deshalb neben beziehungsweise unter dem Bild platzieren, solange keine für beide Ansichten geeignete Aufnahme vorliegt.

Was im Alternativtext stehen sollte

Der Alternativtext beschreibt die relevante Information eines Bildes für Menschen, die es nicht sehen können. Sein Inhalt hängt von der Verwendung ab. Das W3C unterscheidet informative Bilder, rein dekorative Bilder mit leerem Alternativtext und Bilder mit einer Bedienfunktion, etwa als Link. Für Letztere ist die Funktion entscheidend. Die W3C-Anleitung für Bilder erklärt diese Unterscheidung.

Für das Eingangsfoto unserer Beispielkanzlei wäre „Kanzleieingang auf der linken Seite des Innenhofs“ passend, wenn genau diese Orientierung aus dem Foto hervorgeht und sie an dieser Stelle noch nicht ausreichend beschrieben ist. „Rechtsanwalt Arbeitsrecht Erbrecht Stadtzentrum“ erklärt dagegen weder den Eingang noch den Weg dorthin.

Ein reines Schmuckfoto braucht keine solche Wegbeschreibung. Deshalb sollte die Website-Betreuung den Alternativtext zusammen mit dem benachbarten Inhalt festlegen. Eine Beschreibung, die pauschal an der Bilddatei hängt, berücksichtigt diesen Zusammenhang nicht automatisch.

Was die Website-Betreuung mit den Fotos bekommt

Übergeben Sie die ausgewählten Originaldateien getrennt von den verkleinerten Webversionen. Zum Eingangsfoto gehört beispielsweise die Zuordnung „Kontaktseite, neben Anfahrt“, zum Porträt „Profil Maria Beispiel, neben Zuständigkeit und Kontakt“. Ergänzen Sie den gewünschten Ausschnitt und die Information, die erhalten bleiben muss. Beim Teamfoto lautet sie: beide Anwältinnen vollständig im vereinbarten Ausschnitt, keine Schrift über den Gesichtern.

Die technische Umsetzung folgt daraus. Google empfiehlt reguläre HTML-Bildelemente; responsive Varianten können unterschiedliche Bildgrößen ausliefern. Bildqualität und Datenmenge müssen dabei zusammen betrachtet werden. Eine kleinere Datei behebt jedoch keinen falschen Ausschnitt. Googles Empfehlungen für Bilder beschreiben den Einbau genauer.

Entscheidend für die Auswahl ist die eingebaute Ansicht: Bleibt der Eingang erkennbar, ist das Porträt der richtigen Person zugeordnet und sind auf dem Teamfoto alle vorgesehenen Personen sichtbar? Für geplante Arbeitsszenen eignen sich vorbereitete neutrale Unterlagen; echte Akten, Mandantennamen und Bildschirmdaten gehören nicht als beiläufiger Hintergrund ins Foto.

Im Kanzleimarketing sollen diese Bilder das tatsächliche Angebot verständlich ergänzen. Sie können Ansprechpartner und Räume zeigen; fachliche Zuständigkeiten und der Weg zur Kontaktaufnahme brauchen weiterhin klare Texte. Wie wir beides im Seitenaufbau zusammenführen, erfahren Sie unter Webdesign für Rechtsanwälte.

Bilder und Seitenaufbau abstimmen

Erfahren Sie, wie wir Inhalte, Bildflächen und Seitenstruktur einer Kanzleiwebsite zusammenführen.

Quellen und Einordnung

  • W3C WAI: Images Tutorial. Abgerufen am 08.10.2026. Textalternative nach Information, dekorativem Zweck oder Funktion im Seitenkontext.
  • Google Search Central: Bilder. Abgerufen am 08.10.2026. HTML-Bildelemente, responsive Varianten und Verhältnis von Dateigröße und Qualität.
  • MDN: object-fit. Abgerufen am 08.10.2026. cover erhält das Seitenverhältnis, füllt die Bildfläche und beschneidet überstehende Teile; contain zeigt das ganze Bild mit möglicher Restfläche.

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Redaktion KanzleiPerformance · Aktualisiert am 08.10.2026

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