Google-Unternehmensprofil: Kanzleistatistiken lesen
Mehr Anrufklicks, aber kaum bekannte neue Anliegen: Ein fiktiver Monatsvergleich zeigt, welche Entscheidungen daraus folgen und welche Fragen offenbleiben.
Kurz erklärt
Die Statistiken Ihres Google-Unternehmensprofils beschreiben Sichtbarkeit und Aktionen am Profil. Für die Kanzleiauswertung sollten Sie Aufrufe, Anrufklicks und Websiteklicks getrennt betrachten. Ein Klick belegt noch kein Gespräch oder Mandat. Notieren Sie deshalb zu jeder Zahl den Messwert, das Profil und den Zeitraum, bevor Sie daraus eine Maßnahme ableiten.
In diesem Artikel
Im Monatsgespräch liegt ein Bericht mit mehr Anrufklicks vor. Am Empfang ist ein entsprechender Anstieg neuer Anliegen nicht aufgefallen. Das muss kein Widerspruch sein: Beide Seiten können unterschiedliche Ereignisse betrachten. Die erste Aufgabe besteht darin, die Bezeichnungen im Bericht zu klären.
Wo Sie die Zahlen finden und was sie bedeuten
Öffnen Sie das bestätigte Unternehmensprofil im zugehörigen Google-Konto und wählen Sie Leistung, den Zeitraum und anschließend Übernehmen. Google beschreibt außerdem eine Funktion Statistiken mit Empfehlungen. Sie ist nicht in jedem Profil verfügbar und ersetzt den Leistungsbericht nicht.
Für die Auswertung sind vier Begriffe hilfreich:
- Profilaufrufe: Sichtkontakte mit dem Unternehmensprofil in Suche und Maps, keine Gesamtzahl aller Google-Kontakte Ihrer Kanzlei.
- Anrufe: Klicks auf die Anrufschaltfläche, keine Zählung geführter Gespräche.
- Websiteklicks: Klicks auf den Websitelink, kein Nachweis eines gemessenen Websitebesuchs.
- Wegbeschreibungen: Routenabfragen, kein Nachweis eines wahrgenommenen Kanzleitermins.
Google zeigt nur zum Unternehmen passende Messwerte. Zudem können organische Ergebnisse und Google Ads in die Leistungsdaten einfließen. Ein Gesamtanstieg ist deshalb nicht automatisch ein isolierter SEO-Erfolg. Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe
Warum Aufrufe keine eindeutigen Personen im Monat sind
Bei einem technischen Export lohnt ein Blick auf die genaue Messgröße. Die Google-Schnittstelle unterscheidet beispielsweise Aufrufe nach Suche oder Maps sowie Desktop- oder Mobilgerät. Innerhalb der jeweiligen Größe zählen mehrere Aufrufe desselben Nutzers an einem Tag nur einmal. Anruf- und Websitewerte sind auch dort als Klicks definiert. Quelle: Google Business Profile Performance API
Daraus folgt für Ihren Bericht: Addieren Sie solche Tages- und Gerätewerte nicht zu einer angeblich eindeutigen Personenzahl für den gesamten Monat. Dieselbe Person könnte an verschiedenen Tagen auftauchen. Behalten Sie die Bezeichnung aus dem jeweiligen Bericht bei. Wenn ein Dienstleister eine eigene Gesamtsumme bildet, lassen Sie die enthaltenen Größen und die Rechenregel daneben aufführen.
Ein fiktives Monatsblatt für die Kanzleibesprechung
Das folgende Beispiel ist vollständig erfunden. Es enthält weder Kundendaten noch Richtwerte für eine erfolgreiche Kanzlei. Verglichen werden zwei gleich lange Berichtszeiträume für dasselbe Profil. Die letzte Zeile bezeichnet eine offene Information, keinen Google-Messwert.
| Messgröße | Quelle | Zeitraum A | Zeitraum B |
|---|---|---|---|
| Profilaufrufe laut Bericht | Unternehmensprofil | 1.800 | 2.100 |
| Klicks auf die Anrufschaltfläche | Unternehmensprofil | 18 | 24 |
| Klicks auf den Websitelink | Unternehmensprofil | 50 | 60 |
| Tatsächliche Kontakte mit belegter Profilherkunft | Eigene Kontaktzuordnung | nicht erhoben | nicht erhoben |
Tabelle seitlich verschieben, um alle Spalten zu lesen.
Eine belastbare Aussage innerhalb dieses Beispiels lautet: Im zweiten Zeitraum wurden sechs zusätzliche Klicks auf die Anrufschaltfläche gezählt. Ob daraus sechs weitere Gespräche entstanden, bleibt offen. Auch ein Verhältnis zwischen Klicks und Profilaufrufen wäre zunächst nur ein Verhältnis zweier Messgrößen, keine Mandatsquote.
Was folgt aus dem Monatsvergleich?
Im Beispiel ist die Zahl der Anrufklicks gestiegen; die Herkunft tatsächlicher Kontakte wurde bisher nicht erfasst. Deshalb wäre es verfrüht, das Marketingbudget wegen angeblich fehlender neuer Mandate zu kürzen oder wegen der Klicksteigerung zu erhöhen. Zunächst lässt sich eine engere Frage beantworten: Erreicht ein Anruf über die Profilnummer überhaupt die vorgesehene Stelle?
Die Kanzlei prüft die hinterlegte Nummer und vereinbart intern einen angekündigten Testanruf. Wir führen das fiktive Beispiel mit einem konkreten Befund weiter: Der Anruf landet an einer alten Durchwahl, an der derzeit niemand neue Anliegen annimmt. Die Kanzlei lässt die bestätigte Nummer ihrer Mandatsannahme im Profil hinterlegen und testet den korrigierten Weg erneut. Damit behebt sie einen beobachteten Fehler. Die 24 Klicks belegen trotzdem keine 24 verlorenen Gespräche oder Mandate.
Erreicht der Test dagegen die vorgesehene Stelle, bleibt die richtige Nummer bestehen. Dann liegt die offene Frage in der Zuordnung: Welche Gespräche betreffen ein neues Anliegen, welche eine laufende Sache, und bei welchen ist die Herkunft aus dem Profil tatsächlich bekannt? Für die Mandantenakquise ist diese Trennung nötig. Auch ein bestehender Mandant kann die Profilnummer nutzen, um einen Rückruf abzustimmen.
Der Empfang kann für die nächste Auswertung diese unterschiedlichen Kontaktarten auseinanderhalten. Unbekannte Herkunft bleibt als solche erkennbar; ein zeitlich passender Anruf wird nicht allein deshalb Google zugeschrieben. Selbst eine belegte neue Anfrage ist noch kein angenommenes Mandat. Der heutige Test und die künftige Zuordnung beantworten jeweils einen Teil der Frage, rekonstruieren aber keine früheren Klicks.
So entstehen aus demselben Monatsblatt zwei verschiedene Entscheidungen: Einen gefundenen Kontaktfehler gezielt korrigieren oder bei funktionierendem Weg die fehlende Zuordnung ergänzen. Eine Änderung am Profil ist im zweiten Fall allein durch den Zahlenvergleich nicht begründet.
Suchbegriffe und fehlende Werte richtig behandeln
Die Suchanfragen im Profil werden monatlich aktualisiert; laut Google kann ihre Anzeige zu Monatsbeginn bis zu fünf Tage dauern. Ein sofort gezogener Monatsbericht kann deshalb für diese Frage zu früh sein. Quelle: Google Unternehmensprofil-Hilfe
Zum Export gehört der Abrufzeitpunkt. Ein nicht erhobener Wert im Monatsblatt ist von einer ausgewiesenen Null zu unterscheiden. Bei automatisierten Exporten entscheidet zusätzlich die Definition des jeweiligen Felds, wie ein leerer Wert zu lesen ist. Bei technischen Suchbegriffsexporten kann die Schnittstelle anstelle einer exakten Zahl eine Schwelle liefern. Diese Angabe darf nicht zu null umgeschrieben werden. Quelle: Google Business Profile Performance API
Inhaltlich können Sie die angezeigten Begriffe auf konkrete Unklarheiten prüfen: Beschreibt die Profilinformation die tatsächlich angebotene Leistung verständlich? Passt die verlinkte Seite zu diesem Anliegen? Ein Suchbegriff allein beweist weder eine fachlich passende Anfrage noch ein späteres Mandat. Er liefert einen Anlass, die betreffende Information zu prüfen.
Was die Verknüpfung mit Google Analytics verändert
Google Analytics kann nach einer eingerichteten Verknüpfung Unternehmensprofil-Daten in einer eigenen Berichtssammlung anzeigen. Google nennt dafür einen Zeitraum von sechs Monaten. Sind mehrere Profile verknüpft, werden ihre Messwerte zusammengezählt. Eine Aufteilung oder Filterung nach einzelnen Profilen ist in diesen Berichten nicht möglich; auch die Verwendung in benutzerdefinierten explorativen Analysen ist eingeschränkt. Quelle: Google Analytics-Hilfe
Für eine Kanzlei mit mehreren Standorten ist das eine wesentliche Abgrenzung: Schreiben Sie über einen solchen Sammelbericht beispielsweise „alle verknüpften Kanzleistandorte“. Beschriften Sie ihn nicht mit dem Namen eines einzelnen Büros. Für dessen Auswertung benötigen Sie passend abgegrenzte Profildaten.
Die gemeinsame Oberfläche ersetzt außerdem keinen belegten Zusammenhang zwischen einem Profilklick, einer Websiteaktion und einem späteren Kontakt. Für die gesonderte Frage, wie Sie ausgehende Links einheitlich kennzeichnen, hilft unser Leitfaden zu UTM-Parametern für Kanzlei-Kampagnenlinks.
Fünf Kontrollen vor Ihrer nächsten Entscheidung
- Profilumfang: Welcher Standort oder welche Gruppe ist im Bericht enthalten?
- Vergleichszeitraum: Sind die Zeiträume gleich lang und die Abrufstände für die betrachtete Größe vergleichbar?
- Messereignis: Beschreibt die Zahl einen Aufruf, einen Klick oder einen tatsächlich dokumentierten Kontakt?
- Datenlücke: Ist ein Wert null, nicht verfügbar oder bei Ihnen noch nicht erhoben?
- Nächster Schritt: Welche konkrete Information oder Funktion wird geprüft, von wem und bis wann?
Halten Sie anschließend eine kurze Begründung fest, etwa: „Wir prüfen den telefonischen Kontaktweg, weil Klicks erfasst sind, der weitere Verlauf aber unbekannt ist.“ Das lässt sich später überprüfen. Die pauschale Aussage „Google bringt zu wenig Mandate“ lässt dagegen offen, an welchem Übergang eine Information fehlt.
Geht es um Suchanfragen und Klicks zur Website, lesen Sie den Beitrag zur Auswertung der Search Console für Kanzleien. Wie Website, Ansprache und Anfrageweg zusammen geplant werden, erläutern wir unter Kanzleimarketing.
Auswertung und Kanzleimarketing zusammen planen
Erfahren Sie, wie KanzleiPerformance Website, Ansprache und Anfrageweg aufeinander abstimmt.
Quellen und Einordnung
- Leistung und Statistiken Ihres Unternehmensprofils - Google Unternehmensprofil-Hilfe. Abgerufen am 08.10.2026. Leistungsbericht und begrenzt verfügbare Statistiken-Funktion; Anruf- und Websiteklicks, Profilaufrufe und Routenabfragen; nur relevante Messwerte, organische und Ads-Daten; monatliche Suchbegriffe bis zu fünf Tage verzögert.
- Google Unternehmensprofil mit Google Analytics verknüpfen - Google Analytics-Hilfe. Abgerufen am 08.10.2026. Verknüpfte Unternehmensprofil-Berichte in Google Analytics: letzte sechs Monate, mehrere Profile werden aggregiert; keine Segmentierung oder Filterung nach Einzelprofil, keine Verwendung in explorativen Analysen.
- Package google.mybusiness.performance.v1 | Google Business Profile APIs | Google for Developers. Abgerufen am 08.10.2026. Performance API: eindeutige tägliche Aufrufe innerhalb der einzelnen Geräte-/Plattformgrößen, Klickdefinitionen, monatliche Suchbegriffe mit exaktem Wert oder Schwelle. DatedValue.value kann bei null fehlen; Exportfelder müssen nach Felddefinition gelesen werden.
Redaktion
Redaktion KanzleiPerformance · Aktualisiert am 08.10.2026
